„Faust“ Ein Goethespektakel für jedermann

Eine überirdische Wette ist es, die das Jubiläumsmusical zum 40jährigen Geburtstag der Theatergruppe Assenheim antreibt. Frei und etwas freier nach Goethes altehrwürdigem „Faust – der Tragödie erster Teil“ zeigen die über 100 aktiven Schauspieler, Musiker, Tänzer und Crewmitglieder um Gesamtleiter Norbert Deforth und Regisseur Kris Kurku, was sie in den vergangenen Jahrzehnten gelernt haben. Traumhaft schöne Musicalabende und -nachmittage für Erwachsene und Familien gestalten und aufführen – das gehört in jedem Fall dazu. Die Zuschauer, die im Jahr 2019 ein Musicalticket haben, erleben die alte Wette zwischen Gott und dem Teufel um die Seele eines „besonders schwierigen Menschen“. Heinrich Faust ist ein schlauer, alter Akademiker, dem all sein Wissen und sein Wohlstand nicht das letzte Quäntchen Glück verschafft haben, das er sich erhoffte. Und so sendet der Teufel seinen „besten Mann“, den gewieften Mephisto, zu Faust auf die Erde. Des Teufels Advokat und der frustrierte Faust werden sich einig: Sagt Faust den Satz „Das ist das Beste, was mir je passiert ist“, darf Mephisto ihn mit in die Hölle nehmen. Doch auch der Herrgott, schlau wie er ist, sendet seine beste Agentin in den Kampf um eine Seele, die für die gesamte Menschheit stehen soll. Seine engelsgleiche Grete ist eine wackere Kämpferin, mutig, exzellent ausgebildet und nicht gerade flirt-erfahren. Dass Heinrich Faust sich ausgerechnet in die keusche und eher schüchterne Grete verliebt und Mephistos Superstar-Angebote auf Erden verachtet, ist erst der Anfang einer abenteuerlichen, bisweilen schreiend komischen und dann auch wieder sehr anrührenden Bearbeitung des klassischen Literaturstoffs. Freuen Sie sich auf großartige Live-Musik, wunderschöne Bühnenbilder, eine spannende Version des „Fausts“ für Menschen ab 8 Jahren und einen tollkühnen Musicalabend zwischen Himmel und Hölle – genau wie das Leben eben ist. Und natürlich gibt es bei uns die staatlich bestellte Behörde für Werktreue, deren höchster Beamter während des Musicals (verzweifelt) dafür sorgen möchte, dass die Theatergruppe nicht allzu weit vom ursprünglichen „Faust“ abweicht… toi, toi, toi!